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Verhaltenstipps auf Reisen

 

Zu den Verhaltensaspekten gibt es sehr viel zu sagen (die Grenzenlos-ProgrammteilnehmerInnen erhalten dafür eigene Vorbereitungsseminare, um für ihre Auslandsaufenthalte gut gerüstet zu sein). Hier findest Du prinzipiell wichtige Informationen.

Drei Verhaltensaspekte sind für eine gelungene Fernreise entscheidend:

 

Verhalten in anderen kulturellen Kontexten

Eine “außereuropäische Kultur” gibt es natürlich nicht. Du findest hier dennoch einige nützliche Beobachtungen darüber, wie das Alltagsverhalten in anderen Erdteilen von unseren Normalitätsvorstellungen abweichen kann. Sie stammen von verschiedenen Kontinenten und sind bunt durcheinander gewürfelt – sieh selbst, welche davon für Dein Zielland zutreffen: die eine oder andere ganz bestimmt!

„Nein“ gibt`s nicht. In vielen Kulturen ist „nein“ ein sehr schroffes Wort, das oft gar nicht akzeptiert wird: behilf Dir mit „vielleicht“, „später einmal“ (z.B. morgen) usw. Noch wichtiger: sei Dir bewusst, dass auch die Anderen so kommunizieren, erwarte erst gar nicht, dass man Dir klar sagt, was man nicht will! Geh am Besten davon aus, das alles das nichts wird, wofür Du keine ausdrückliche Zustimmung erhalten hast.

„Ja“ heißt nicht immer „ja“. Umgekehrt wird sehr schnell „ja“ gesagt. Für „Neulinge“ in fremden Kontinenten ist es ein typisches Erlebnis, etwas hinzumurmeln, dann über das unkomplizierte „okay“ erstaunt zu sein, und sich schließlich darüber zu wundern, dass nichts dergleichen geschieht. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit hat die Person Dich überhaupt nicht verstanden. Daher: zur Sicherheit nachfragen.

Lächeln ist nicht immer ein Zeichen von Heiterkeit. Die Mimik ist kulturspezifisch sehr verschieden. Lächeln kann Sympathie und Fröhlichkeit bedeuten, aber auch Verlegenheit. Versuche, dies der Situation entsprechend abzuwägen. Ein Lächeln begegnet Dir oft, wenn Du nicht verstanden wirst oder wenn Du einen unmöglich zu erfüllenden Wunsch hast.

Das unerwartete Verschwinden. „Unmögliche Wünsche“, also solche, die Dein Gegenüber völlig überfordern, nur hat dieser arme Mensch nicht die Dreistigkeit, „nein“ zu Dir zu sagen führen oft dazu, dass die Person sehr geschäftig abgeht, ganz so, als würde sie jetzt Deinem Wunsch nachkommen. Du siehst ihn oder sie nicht wieder. Wenn es wichtig ist, vergewissere Dich, was die Person jetzt genau zu tun gedenkt; es ist besser, zu wissen, dass nichts geschieht, als umsonst zu warten! Akzeptiere aber das Unmögliche, Dein Ansprechpartner kann Dir einfach nicht helfen.

Falsche Auskünfte. Du bist als ReisendeR ein Gast, und man tut das Beste, Dir weiterzuhelfen. Oft geschieht es, dass eine fremde Person nach einer Auskunft fragt und die Einheimischen keine Ahnung haben, wie sie Dir weiterhelfen können; sie wollen es aber und sagen etwas, was sie vage vermuten. Verlass Dich nicht darauf, frage immer ein zweites Mal und sieh, ob die Antwort übereinstimmt. Mit etwas Übung sieht man einem Menschen allerdings an, ob er weiß, wovon er redet. Beachte aber: niemand will dich in den April schicken, die Leute wollen nur höflich sein!

Ungeduld geht gar nicht. Wem der Geduldsfaden reißt und wer anfängt, sauer dreinzuschauen oder zu schreien, der kommt damit keinen Schritt weiter und anstatt das jeweilige Problem zu lösen, wird sich das Gegenüber jetzt entweder auf Selbstrechtfertigung konzentrieren, oder, seltener, den Konflikt eskalieren lassen. Bewahre also Haltung, Du bist ja auch in einem fremden Land und in gewisser Weise schutzbedürftig.

Blumigkeit geht gut. In vielen Kulturen drücken sich die Menschen sehr ausgiebig mit blumigen, geradezu kitschigen Umschreibungen aus, um eine Person oder eine Erinnerung zu loben. Wenn wir das als Schmeichelei oder sentimentales Gesülze empfinden, liegt das an unserer eigenen kommunikativen Kälte. Deswegen werden wir von vielen Menschen aus anderen Kontinenten auch als „kalt“ empfunden! Es ist eine durchaus wohltuende Übung für die eigene Persönlichkeit, sich selbst die Fähigkeit zu blumigen Beschreibungen beizubringen, ohne sich dabei lächerlich zu fühlen!

Falsche Keywords vermeiden! Wie wir auch aus der Psychologie wissen, wird das Wort „nicht“ vom Unbewussten ignoriert – das Unbewusste kehrt also alle negativen Sätze in ihr Gegenteil um. Dies gilt auch für Kommunikation, die durch Sprachbarrieren behindert wird. Wenn Du z.B. eine Fahrkarte bestellst und in Deinem Akzent sagst: „but not at the window“, hast Du beste Chancen, einen Fensterplatz zu bekommen. Dein Gegenüber hat nur „window“ verstanden. Korrekt wäre gewesen: „corridor seat“. Reg Dich nicht auf – es war Dein Fehler. Diese Regel gilt nicht, wenn es sich um häufig geäußerte Wünsche handelt (z.B. „no ice“ bei Getränken).

Berührungen sind eine heikle Angelegenheit. In manchen Kulturen berührt man sich dauernd & so sehr, dass es uns MitteleuropäerInnen anfangs unangenehm ist; in anderen berührt man sich gern, aber nur unter Gleichgeschlechtlichen, wofür wir einen Gewöhnungsbedarf haben; und in wieder anderen berührt man sich überhaupt nie, dass wir die Kultur als kaltherzig empfinden. Wie auch immer, halte Dich daran, was die Anderen tun, sonst können sehr unangenehme Mißverständnisse auftreten. Man gewöhnt sich an alles!

Kontroversen vermeiden. Über Menschen am Besten nie negativ reden, vor allem nicht über Familienmitglieder: in vielen Kulturen ist die Familie absolut heilig und wird unter allen Umständen verteidigt! Es ist besser, Du beißt Dir auf die Zunge, als Du zwingst sympathsiche Menschen, sich aus Familienloyalität gegen Dich zu wenden.
Über Politik und derlei kontroverse Themen am Besten nur dann reden, wenn Du von bekannten Personen sehr eindeutig nach Deiner Meinung (also nicht nur nach Deiner Zustimmung) gefragt wirst und ansonsten lieber nur „ja ja“ sagen. Deine Gegenmeinung, auch wenn sie noch so fundiert ist, wird sonst als Hülle für persönliche Abneigung verstanden! Dann hast Du ein persönliches Problem, obwohl Du eigentlich über Politik reden wolltest & und wunderst Dich, dass Dir niemand zuhört.

Beziehungen sind wichtiger als Effizienz. In vielen Kulturen werden zum Beispiel Arbeitnehmer nicht nach ihrer Leistung gemessen, sondern danach, wie gut sie mit dem Chef oder mit dem Team auskommen. Bitte beachte das: wo dies gilt, bist auch Du davon abhängig, gute Beziehungen aufzubauen und jede Belastung zu vermeiden!

Unaufrichtigkeit kann gut sein. In vielen Kulturen ist der Konsens wichtiger als die (meist ohnehin nur subjektiv so empfundene) Wahrheit. Alles hier Gesagte kann unter das Motto Konfliktvermeidung gestellt werden. Unaufrichtigkeit kann als vornehme Haltung gelten, so merkwürdig uns das scheint, nämlich als Strategie der Kunst, mit allen auszukommen. Was ja wirklich eine Kunst ist!

Respekt. Das Zauberwort, das Dich anleiten möge, ist: Respekt. Versuch während Deiner Anwesenheit Dein Denken so umzuorganisieren, dass Du ganz einfach jede Person respektierst und dies auch zum Ausdruck bringst. Das ist eine kulturübergreifende Formel: wer es schafft, sich nicht nur so zu verhalten, sondern so zu denken und zu empfinden, der wird sich überall als vornehme Person beliebt machen. Aber es ist schwierig, vielleicht sogar eine Lebensaufgabe & der Verfasser beherrscht dieses hehre Ideal noch keineswegs. Umso interessanter die Herausforderung, täglich an sich zu arbeiten!

Gesundheitsverhalten

zusammengestellt von Claudia Nichterl, essen:z (www.essenz.at)

WICHTIG: Wir entnehmen diese Tipps praktischen Erfahrungen; sie ersetzen nicht die Beratung durch fachkundige Ärzte! Wir schließen deshalb jegliche Haftung für dennoch auftretende Krankheitsfälle aus!

1: Ernährungs- und Verhaltensregeln

UMGANG MIT DER HITZE, TRINKEN:

  • Übelkeit, Schwächegefühle, Kopfschmerzen können wegen zuviel Hitze und Dehydrierung auftreten. Zur Vermeidung eines Sonnenstiches Kopfbedeckung tragen!
  • Bei Symptomen für Sonnenstich oder Hitzschlag (Fieber, Kreislaufprobleme): Kopf erhöht lagern, kalte, feuchte Tücher auflegen, unbedingt Schatten suchen, trinken, Arzt aufsuchen
  • Vor zuviel Sonne schützen, ausreichend trinken!!!!
  • Wer wenig urinieren muss und sehr wenig konzentrierten Urin hat, der trinkt zuwenig! Regelmäßig trinken, aber nicht Alkohol, Tee oder Kaffee (=noch mehr Flüssigkeitsverlust), besser auf Wasser, gespritzte Fruchtsäfte ausweichen; rasches Auffüllen mit Elektrolyten mit Softdrinks und gespritzen Fruchsäften
  • bei Hitze nicht übertreiben mit Sport, Pyramiden besteigen, Dschungeltrecks etc.
  • Leichte Baumwollkleidung, Hut, Sonnenbrillen, Sonnenschutz
  • Regelmäßig Rasten, Sonnencreme, am Strand oder auf Booten Vorsicht, besser mit T-Shirt schwimmen oder schnorcheln

ESSEN:

  • Protein (Eiweiß)versorgung ist wichtig, speziell bei Vegetariern; Eier, Bohnen, Soja,
  • regelmäßig viel (grünes) Gemüse!
  • Blätter haben manchmal mehr Vitamine als Wurzel, z.B. bei Yucca
  • Ausreichend Obst und Gemüse, nicht nur Cola und Pan Bimbo und Süßigkeiten
  • Einlassen auf Variation des Landes, hält viele Köstlichkeiten bereit!

Biologische Wertigkeit
Gibt an, wie viel Gramm Körper-Eiweiß aus 100 g des Nahrungseiweißes gebildet werden kann
100 = Vollei, Protein
137 = Kombination aus Ei und Kartoffeln, das ist höherwertig als Fleisch oder Fisch
94 = Fisch
87 = Rindfleisch

Lokale Ernährung ist klimatisch immer bestens geeignet; ein paar Besonderheiten: Tolle
Kombinationen, wie z.B. Mais wird mit Asche/Kalk gekocht, damit Niacin (ein wichtiges Vitamin)
für den Menschen verfügbar wird

VERMEIDUNG VON UND UMGANG MIT DURCHFALLERKRANKUNGEN:

  • Essen kann Bakterien, Viren und/oder Parasiten beinhalten. Vorsicht bei: Wasser, Eis, Salaten, Rohkost, roher Fisch/Fleisch, Meeresfrüchte, Pasteten, Majonäse.
  • Wenn du dich zu schnell nur auf (ungewohnte) lokale Kost beschränkst, kann das deinen Körper überfordern
    Reisedurchfall oder Montezuma´s Rache äußert sich durch 4-5 wässrige Stühle pro Tag, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Fieber. Dauert meist nicht länger als 3-4 Tage, jüngere Menschen sind oft mehr betroffen. Immunsystem wird erst aufgebaut, Reiseerfahrene sind meist immun gegen Durchfälle, weil sie schon einiges durchlebt haben.
  • Bei Durchfall von 1-2 Tagen nicht gleich Medikamente einnehmen oder prophylaktisch Antibiotika – „gute“ Darmbakterien werden sonst zerstört.
  • Durchfallmittel: Imodium nur im Notfall einnehmen (wenn für längere Zeit keine Gelegenheit zur Entleerung besteht), stoppt nämlich sämtliche Darmbewegungen, ändert aber nichts an der Ursache der Erkrankung. Besser viel Ruhe, im Bett bleiben;
  • viel Flüssigkeit mit Elektrolyten, koffeinfreie Softdrinks, Fruchtsäfte mit Honig und etwas Salz, reines Wasser mit einer Prise Backpulver (Na Bikarbonat), schwacher Schwarztee ohne Zucker, „Suero“ – Elektrolytlösung: 1 l abgekochtes Wasser, 2 Esslöffel Zucker oder Honig und ¼ TL Salz und ¼ Backpulver oder Salz.
  • Kohletabletten helfen auch sehr gut, binden Krankheitserreger und scheiden aus
  • Ernährung bei Durchfall: Keine Milchprodukte, besser Salzcracker, trockenes Toastbrot für 1-2 Tage, Reis mit gekochtem Gemüse;
  • dann leicht Verdauliches, nicht zu fett und zu sauer, Joghurt
  • Wenn der Durchfall zu lange dauert oder Blut im Stuhl ist, unbedingt Arzt aufsuchen!!!!
  • Wenn Blut im Stuhl, Parasiten oder Amöben möglich.
  • Längere Zeit Bauchkrämpfe: Parasiten möglich, Stuhlanalyse bringt Klärung, meist werden dann Antibiotika verordnet, die entsprechend abgestimmt sind
  • Obst: koche es, schäl es oder lass es! Und immer in sauberem Wasser waschen!
  • Purifiziertes Wasser auch zum Zähneputzen verwenden
  • Keine Eiswürfel außer gekaufte
  • Vorsicht bei Salat, ungekochtem Gemüse, Ceviche (Zitronensaft), lokale Personen trinken häufig auch anderes Wasser, wenn kein versiegeltes/verpacktes Wasser verfügbar ist unbedingt abkochen (7-10 Minuten)
  • nicht überessen, nicht zu scharf essen (obwohl das antiseptische Wirkung hat),
  • Vorsicht mit zuviel Alkohol und Kaffee (besonders bei Hitze)

WIND

Im Bus, Auto & bei Hitze will man immer Kühlung, oft dann Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Verkühlung chronisch. Bronchitis (Therapie: nicht rauchen, Antibiotikum, Dampfbäder inhalieren etc.), Augenentzündungen, nicht nur Allergien, Konjunktivitis – antibiotische Salbe
Ist ansteckend, möglichst wenig in die Augen greifen

2: Vorkehrungen und Behandlungen vor Ort

GENERELLES ZUM THEMA MEDIKAMENTE:

  • Oft können Medikamente ohne Verschreibung gekauft werden – aber besser nicht, denn es hat einen Sinn, dass Arzt verschreiben muss (wenn keine eindeutige Diagnose – unter Umständen mehr Schaden als Nutzen!)
  • Bei ernsthaften Erkrankungen (Blutverlust, Husten mit Blut, Atembeschwerden, längere Schwächezustände, Erbrechen mit Blut, sehr hohes Fieber über 39 Grad, unerklärlicher Gewichtsverlust, etc.) Arzt evtl. mit 2. Meinung, Arzt zuhause anrufen oder per e-mail nachfragen lassen
  • viele regionale alternative Heilmittel, z.B. Papayasamen bei Durchfall

TIERBISSE / TOLLWUT

Vorsicht bei Bissen von Tieren – Tollwut möglich, im Zweifelsfalle sofort eine Tollwut Impfung einfordern, ausgebrochene Tollwut ist nicht behandelbar! Mit Seife oder Alkohol sofort die Wunden auswaschen. Auch Abschlecken lassen von Hunden kann gefährlich sein, wenn offene Wunden bzw. gelangen Erreger über die Augen in den Körper. Ergo: Tierkontakte besser meiden, besonders wenn verhaltensauffällig!!!

PILZINFEKTIONEN:

  • Feuchtheißes Wetter begünstigt Pilze bei Fingern, Zehen, Vaginal, zwischen den Beinen,
    Hautstellen;
  • durch ständiges Schwitzen, bei Frauen auch durch Pille oder Antibiotika
    anfälliger dafür
  • Badesandalen anziehen
  • Lose Kleidung
Sicherheitsverhalten

Wir besprechen den Umgang mit drei Arten von Sicherheitsrisken:

– Kriminalität – Unfälle – Unwetter

Vorweg: bitte keine Paranoia! Dass wir hier verschiedene Fälle besprechen, bedeutet nicht, dass Du Dich überall unsicher fühlen musst! Erkundige Dich einfach vor Ort nach der Sicherheitslage. Die Tipps sind nützlich, wenn Du individuell unterwegs bist und durch viele unbekannte Gegenden kommst.

HIER geht es zum Thema Sicherheit.