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Tipps für die Reisevorbereitung

 

Grundsätzlich ist vor jeder Reise auf acht Dinge zu achten. Hast Du Dich einmal für ein Zielland entschieden, schlagen wir vor, die zu erledigenden Dinge in dieser Reihenfolge anzugehen:

  1. Impfungen (falls benötigt)
  2. Das Visum (falls benötigt)
  3. Die Buchung der Anreise und evtl. Unterkunft
  4. Der Versicherungsschutz im Ausland
  5. Informationen über das Reiseland
  6. Adäquates Reisegepäck
  7. Gesundheitsvorkehrungen
  8. Sicherheitsvorkehrungen

Im Einzelnen:

Impfungen

Erkundige Dich bei einschlägigen Stellen (Arzt, Apotheker, Tropeninstitut), welche Impfungen Du brauchst und ob Du Krankheitserregern ausgesetzt bist, die für Dich nicht ratsam sind. Was die Impfungen betrifft, empfehlen wir, die Kosten zu erheben. Vor allem aber musst Du wissen, wie lange vor Ausreise Du mit den Impfungen beginnen musst!

Das Visum (falls benötigt)

Über das Visum solltest Du Dich als Erstes informieren, damit Du weißt, ob sich zeitlich alles ausgeht. Oft wird die Einholung vom Reisebüro angeboten – erkundige Dich aber, wieviel Aufschlag dafür verrechnet wird. Du kannst Dein Visum natürlich auch selbst beantragen (Touristenvisa sind üblicherweise unkompliziert), erkundige Dich aber, wie lange die Ausstellung dauert. Riskant sind postalische Visumsanträge, weil eine zusätzliche Dauer einzurechnen ist und die Dokumente – einschließlich Reisepass! – verloren gehen können (daher wenn, dann eingeschrieben schicken!). Adressen und Websites zuständiger Botschaften findest Du auf www.bmeia.gv.at – oft kannst Du den Visumsantrag über die Website der Botschaft herunterladen.

Die Buchung der Anreise und evtl. Unterkunft

Vor allem diejenigen, die mit dem Flugzeug anreisen, sollten sich zweierlei vergewissern: erstens, wieviel eine Umbuchung kostet, falls Du früher oder später zurückkehren möchtest; und zweitens, ob mit dem Flug auch eine Stornoversicherung gebucht wurde, falls Du vor Abreise erkranken solltest. Stornoversicherungen sind meistens NICHT Teil von Reiseversicherungen!
Ein weiterer Tipp für Fernreisende: das Umsteigen ist immer problematisch, weil die Wartezeit entweder zu kurz ist und man gefährdet ist den Anschlussflug zu verpassen, oder Stunden lang dauert, obwohl man eh schon fix und fertig ist. Prüfe unbedingt, ob die Wartezeit adäquat ist! Zum Beispiel haben die Flughäfen in den USA und Großbritannien keinen Transitbereich, d.h. man muss zum Umsteigen ein- und ausreisen – also durch die Passkontrolle, was dauern kann!

Die Sorge für ausreichenden Versicherungsschutz

Reiseversicherungen gibt es zu sehr unterschiedlichen inhaltlichen und preislichen Konditionen, ein Vergleich ist unbedingt anzuraten! Bevor Du eine Versicherung aufnimmst, solltest Du prüfen, ob Du nicht ohnehin durch eine Kreditkarte geschützt bist oder ob ein Versicherungsschutz nicht durch Deine Sozialversicherung möglich ist.
Wenn Du eine Reiseversicherung aufnimmst, achte bitte darauf, ob folgende Aspekte gedeckt sind: (1) Krankenversicherung, (2) Unfallversicherung – diese ist NICHT in einer Krankenversicherung includiert, (3) Haftpflichtversicherung (falls Du etwas beschädigst), (4) Rückholung im scheren Krankheitsfall, (5) Such- und Bergungskosten (besonders, wenn Du Abenteuertouren planst und diese nicht durch den Veranstalter versichert sind).

Informationen über das Reiseland

Es gibt viele Details, zum Beispiel, welche Steckanschlüsse benötigt werden, wie groß der Zeitunterschied ist, was ein- und ausgeführt werden darf usw. Diese Informationen findest Du recht übersichtlich auf www.bmeia.gv.at. Auf dieser Seite finden sich auch Reisewarnungen. Sie sind ernst zu nehmen, wobei Außenministerien in ihren Einschätzungen sehr vorsichtig vorgehen (siehe Punkt 8).

Adäquates Reisegepäck

Hier eine von Grenzenlos zusammengestellte Packliste, wobei Du selbst entscheiden musst, was davon für Deine Reise relevant ist und was nicht.

Achte bitte darauf, dass Du im Handgepäck nur Flüssigkeiten bis 100ml pro Behälter mitnehmen darfst; spitze und feuergefährliche Gegenstände sind verboten.

Einscannen und an Dich selbst mailen (siehe auch Punkt 8):
Reisepass, Ausweis
Ticket
Versicherung
Impfpass
Anschrift der österreichen Botschaft vor Ort

Geld:
Bargeld: mindestens 100€ in kleinen Scheinen mitnehmen
Kreditkarte und/oder Travellerschecks
Geldgürtel u/o. Geldtasche, am besten am Körper tragen

Gebrauchsgegenstände im Handgepäck:
Zahnbürste, Hygieneartikel
Trinken und Essen
Papiere/Dokumente
Wäsche zum Wechseln
Photoapparat
Reiseführer, Landkarte,…
Wörterbuch, Sprachführer,…
Toilettenpapier, Taschentücher
Tampons, Binden

Gebrauchsgegenstände im Großgepäck:
Trinkflasche
Isomatte und Schlafsack
Moskitonetz, dazu Schnur und kleine Nägel oder kleine
Sonnenbrille / Ersatzbrille
Sonnencreme
Kopfbedeckung
Nähzeug
Waschseife
Feuerzeug
Taschenlampe & Batterien
Taschenmesser
Handtücher
Feste Schuhe
Badesachen
Micropur (Wasseraufbereiter)

Liste als pdf

Gesundheitsvorkehrungen

Impfungen wurden bereits besprochen. Darüber hinaus ist wichtig dass Du vor Deiner Abreise einen Gesundheitscheck machst (bes. Zähne!) und ggf. eine Reservebrille mitnimmst. Im Gepäck nimm bitte eine Reiseapotheke mit; sie sollte nicht nur Medikamente und Desinfektionsmittel enthalten, sondern auch Verbandszeug und ggf. Moskitoschutz.

Detailinfos:

VOR DER ABREISE BEACHTEN:

  • Zähne sollten OK sein
  • Reservebrille nicht vergessen, Dioptrien sollten bekannt sein!
  • Kontaktlinsen sind im Ausland meist preisgünstiger

SCHUTZIMPFUNGEN
Aktuelle Impfempfehlungen checken:
www.bmeia.gv.at – einfach gewünschtes Land bei der Suchabfrage eingeben
www.bmgf.gv.at – Impfplan
www.reisemed.at
www.traveldoc.at
www.tropeninstitut.at
Impfungen sind von der aktuellen Situation im Zielgebiet abhängig, es empfiehlt sich aber einige Impfungen auch längerfristig gesehen einzuholen.

Empfohlene Impfungen bzw. Auffrischungen: – Tetanus – Diphterie – Kinderlähmung – Hepatitis A + B (Infektion durch Lebensmittel bzw. Kontakt mit Körperflüssigkeiten) – Japan B Enzephalitis (falls in Region erforderlich, durch Stechmücken übertragen) – Gelbfieber (falls in Region erforderlich, durch Stechmücken übertragen)

Weitere Impfungen je nach persönlichem Ermessen und Risiko – Cholera: Übertragung erfolgt durch Wasser, Nahrungsmittel, Getränke, rohe Meerestiere – auf Hygiene achten! Symptome: plötzliches Erbrechen, schwere Durchfälle. Therapie durch Antibiotika möglich. – Typhus: Übertragung erfolgt durch Wasser, Nahrungsmittel (Salate, Rohkost) – auf Hygiene achten. Cook it, peel it or leave it!!!! Symptome: hohes Fieber, Benommenheit, Organentzündungen. Therapie durch Antibiotika. – Tollwut: Übertragung durch Biss von infizierten Tieren – Tierkontakt meiden!!!!

Malaria: Mit Arzt oder Tropeninstitut absprechen bzw. vor Ort bei lokaler Bevölkerung informieren. Langfristige Prophylaxe durch Medikamente ist sehr belastend und hat viele Nebenwirkungen. Alternativ dazu kann ein Malariamedikament als Stand By mitgenommen werden. Grundsätzlich beruht der Schutz vor Malaria auf 2 Prinzipien: konsequenter Schutz vor Mückenstichen und prophylaktische Einnahme von Medikamenten. Die Notfall-Selbstbehandlung tritt an Stelle von medikamentöser Prophylaxe und macht bei längerem Aufenthalt Sinn. Allerdings ist es wichtig, auf konsequenten Mückenschutz zu achten.

MOSKITOSCHUTZ:

  • Moskitos sind am frühen Abend und nachts aktiv, sie mögen heiße Sonne nicht, dh. Gefahr vor Mückenstichen besteht besonders in der Dämmerung oder in schattigen Zonen
  • Regenzeit, Pfützen, Regentonnen etc. sind Brutstätten – in unmittelbarer Umgebung vermeiden, dass es zu Wasseransammlungen kommt
  • Moskitos mögen dunkle Farben – hell anziehen!
  • Langärmelig, Socken, lose Kleidung – Moskitos stechen sonst durch
  • Parfum und duftende Lotions, Haarspray vermeiden
  • Moskitonetze über Bett bzw. Fenster und Türen
    Insektenschutzmittel wie z.B. Autan sollten weniger als 20 % DEET (N,N Diethyl-metatoluamide) enthalten, auf Kleidung sprühen; allergische Reaktionen sind möglich, besser zuhause kaufen
  • Alternativen: Kokosöl vermischt mit Zitronensaft, Citronelle, ätherische Öle, Dschungelöl,
    Zedernöl, Moskito coils, Flystop, No Bite; teilweise helfen Vitamin B Tabletten (Schweißgeruch verändert sich)

Stand By Therapie: Bei Fieber bitte unbedingt das Notfall-Medikament einnehmen und so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen. Ein Arzt kann dann entscheiden, ob es sich um andere Ursachen für das Fieber handelt oder um Malaria (Blutuntersuchung unter dem Mikroskop). Achtung: Durch die Medikamenteneinnahme kann kurzfristig der Malariaparasit im Blut nicht nachweisbar sein – weitere Beobachtung und Therapie ist deshalb empfohlen!

Malaria ist behandelbar und kann vollständig ausgeheilt werden, allerdings ist eine rasche Medikamenteneinnahme bei den ersten Anzeichen wichtig – die ersten 24 bis 48 h entscheiden über den weiteren Krankheitsverlauf.

Ähnlich der Malaria, aber noch weiter verbreitet ist das Dengue-Fieber. Anzeichen sind: hohes Fieber, plötzlich, Frontalkopfschmerz, Gelenksschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Hautirritationen, auch milde Formen möglich. Bei gutem Immunsystem wird der Körper selbst damit fertig, aber unangenehm. Keine vorbeugende Medizin verfügbar, da unterschiedliche Virenstämme. Konsequenter Schutz vor Mückenstichen ist die beste Vorbeugung! Achtung: die Überträger-Mücken sind auch tag-aktiv!!!!

ZUSAMMENSTELLUNG EINES ERSTEHILFEPAKETS:

Verbandsmaterial, Pflaster, Blasenpflaster, Leukoplast, Mullbinde, Elastische Binde, Fieberthermometer, Schere, Sicherheitsnadeln, Rasierklingen, Wundgel, Desinfektionsmittel, Einwegspritzen,

Empfohlene Medikamente:

– gegen Fieber und Schmerzen: Aspirin, Mexalen, Thomapyrin, Dolofort, Ibuprofen, Paracetamol

– gegen Schnupfen: Wick sinex oder Gripp Heel (homöopathisch)

– gegen Halsweh: Coldangin

– Salbe gegen Sonnenbrand: Notfallsalbe Dr. Bach, Bepanthen oder Pathenol Spray

– gegen juckende Insektenstiche: Nelkenöl, Fenistil Gel, bei allergischen Reaktionen/Jucken Antihistam-Tabletten

– gegen Durchfall: Immodium, Normakut/Normolyth, Kohletabletten, Tannalbin

– gegen Übelkeit: Perspetin, Notfalltropfen Dr. Bach,

– zur Wundversorgung: Betaisodona,

– Breitbandantibiotikum

– Mittel gegen Pilzinfektionen (häufig bei Frauen, wenn Klima heiß und feucht), z.B. Canasteen Zäpfchen

– Gegen Verstopfung: Dulcolax, siehe auch Ernährungstipps

– Kreislaufmittel (Effortil)

– verordnete Medikamente und/oder Pille nicht vergessen,

Medikamente bitte auf jeden Fall mit Hausarzt besprechen; Impfungen unbedingt beim Gesundheitsamt, Tropeninstitut, Tropenarzt erfragen.

Gesundheitsvorkehrungen als pdf

Sicherheitsvorkehrungen

Informiere Dich über die Seite eines Außenministeriums über die lokale Sicherheitslage, oft findest Du dort auch Tipps.

Bitte maile alle relevanten Dokumente an Dich selbst, wie auch in der Packliste empfohlen. Verzichte von vornherein auf die Mitnahme von Dingen, die Du nicht entbehren möchtest, und vor allem darauf, mit bekannten Statussymbolen durch die Welt zu laufen. In riskanten Gebieten solltest Du sicherstellen, dass Deine Reisepläne jemandem bekannt sind, und Dich regelmäßig daheim melden (in Wirklichkeit v.a. zur Beruhigung der Daheimgebliebenen).

Nimm eine Papierkopie Deines Reisepasses mit (Lichtbild- und Visumsseite), den Reisepass kannst Du an einem sicheren Ort belassen (z.B. Hotelsafe). Schau auch, dass Du die Telefonnummer Deiner Unterkunft und die Kontaktadresse der zuständigen österreichischen Vertretung bei Dir hast.

Für Details und weitere Tipps kannst Du hier klicken.